Wahrscheinlichkeitsraum

Das Tripel aus dem Grundraum, einer Sigma Algebra und einem Wahrscheinlichkeitsmaß: (Ω,A,P)(\Omega, \mathcal{A}, P) heißt Wahrscheinlichkeitsraum.

Eigenschaften

  1. Die Wahrscheinlichkeit, dass die leere Menge eintrifft ist 0
  2. Auch für endliche Folgen an paarweise disjunkter Mengen ist die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung das gleiche wie die Summe der Wahrscheinlichkeiten
  3. Die Wahrscheinlichkeit des Komplements einer Menge ist 1 minus die Wahrscheinlichkeit der Menge selbst.
  4. P(B∖A)=P(B)−P(A)P(B\setminus A) = P(B) - P(A)
  5. P(A)≤P(B)P(A) \leq P(B)
  6. P(A∪B)=P(A)+P(B)−P(A∩B)P(A\cup B)=P(A)+P(B)-P(A\cap B)
  7. Für jede unendliche Folge gilt, dass die Wahrscheinlichkeit der Vereinigung kleiner gleich der Summe der Wahrscheinlichkeiten ist
  8. Wenn eine Menge die Wahrscheinlichkeit 1 hat, dann ist die Wahrscheinlichkeit des Schnitts dieser Menge mit einer anderen die gleiche wie ohne den Schnitt.

Beispiel

Bernoulli-Raum

Bernoulli-Raum

Der Bernoulli-Raum besteht aus einem Wahrscheinlichkeitsraum, der durch das Tripel (Ω,A,P)(\Omega, \mathcal{A}, P) aufgespannt wird. Dabei ist Ω={0,1}\Omega=\{0,1\} und A\mathcal{A} ist die Potenzmenge von Ω\Omega.
Die Verteilung P ist definiert durch:

  • P(∅)=0P(\emptyset) = 0
  • P{1})=pP\{1\}) = p
  • P({0})=1−pP(\{0\}) = 1-p
  • P({0,1})=1P(\{0,1\})=1

mit dem Parameter p∈[0,1]p \in [0,1].

Diese Verteilung nennt sich auch Bernoulli-Verteilung (BerpBer_p)

Was kann man damit machen?

Mit dem Bernoulliraum lassen sich einfache Zufallsexperimente modellieren. Um das zu tun weißt man den Werten 0 und 1 verschiedene Ereignisse zu (z.B. Kopf und Zahl beim Münzwurf).
Bei einem solchen speziellen Experiment lässt sich aus P({1})P(\{1\}) direkt die ganze Verteilung ableiten (das ist aber allgemein nicht möglich).
Um diese Verteilung der 1 herauszufinden braucht man die Relative Häufigkeit.

Wenn man aber a priori plausible Annahmen macht (z.B. dass die Münze oder der Würfel fair ist), dann kann man pp auch direkt bestimmen als P({k})=1∣Ω∣P(\{k\})=\frac{1}{|\Omega|}.
Das geht so, weil die Elementarereignisse die gleiche Wahrscheinlichkeit haben.
Da Ω\Omega endlich ist und durch Sigma-Additivität lässt sich für A⊂ΩA\subset \Omega die Verteilung als P(A)=∑w∈AP({w})=∣A∣∣Ω∣P(A)=\sum_{w\in A}{P(\{w\})}=\frac{|A|}{|\Omega|} berechnen.

→ Das Modell ist nun vollständig